00:00:02: Der Sommer ist seit Mitte Juni in ganz Deutschland so richtig angekommen.
00:00:12: Mit Temperaturen, die an einigen Stellen sogar die Vierzig-Grad-Marke knacken.
00:00:16: Was machen Dachdecker um mit diesen Bedingungen noch irgendwie klarzukommen?
00:00:21: Man ist die Schmerzgrenze im wahrsten Sinne des Wortes erreicht und damit die einzig richtige Entscheidung – die Arbeit komplett einzustellen!
00:00:29: Über seinen Umgang mit Sonne und Hitze im Betrieb, seine ganz persönlichen Erfahrungen spreche ich in dieser Ausgabe mit Christopher Momper, Dachdeckermeister aus dem Rheinland.
00:00:39: Und damit herzlich willkommen zu ZVDH aktuell.
00:00:42: Ich bin Wolfgang Schmitz und freue mich dass Sie auch wieder dabei sind!
00:00:49: Der Betrieb von Christopher Mompar sitzt in Bonn und Bonn gehört zu den heißesten Städten in Deutschland in diesem Jahr.
00:00:56: Eine kurze Einordnung zum Unternehmen.
00:00:58: Die Firma gibt es seit Jahrzehnten.
00:01:00: Der Betrieb hat neben dem Chef weitere siebzehn Mitarbeiter.
00:01:04: auf die Frage, was ihm am Dachdecker-Handwerk gefällt?
00:01:07: Hat er mal geantwortet!
00:01:08: Alles mein Beruf ist mein Hobby und ob das bei diesen Temperaturen auch noch gilt, das frage ich ihn gerne selbst.
00:01:15: Guten Tag Herr Mompers.
00:01:16: Ja schon guten Tag.
00:01:17: Herr Momper Sie sind ja insgesamt schon über zwanzig Jahre auf dem Dach.
00:01:21: Wie empfinden Sie die Hitzewelle gerade auch im Vergleich zu den Vorjahren?
00:01:25: Ja prinzipiell würde ich sagen, das liegt auch manchmal ein bisschen daran wenn man selbst älter geworden ist.
00:01:28: Ob man empfindlicher geworden ist.
00:01:30: aber auch wenn ich meine Mitarbeiter frage ob sie jetzt Jünger oder Älter sind.
00:01:35: die Hitze fühlt sich extremer an also besonders halt auch die UV-Strahlung.
00:01:39: es wirkt alles viel aggressiver drumherum heizt es sich mehr auf.
00:01:43: also dass merkt man schon.
00:01:44: ob ich jetzt einen älternen Kollegen fragen ob die jüngeren fragen auch die haben damit zu kämpfen.
00:01:49: naa sich wird's nicht nur auf mein persönliches Alter schieben sondern Ich glaube das macht allen dann schon etwas mehr zu schaffen.
00:01:54: Es gibt ja eine ganze Reihe von Möglichkeiten mit Sonne und Hitze umzugehen, die Arbeit einigermaßen erträglich oder angesichts der hohen Temperaturen auch vielleicht erst möglich zu machen.
00:02:05: Die möchte ich mit Ihnen gerne einmal durchgehen und quasi den Praxis-Check machen.
00:02:09: Fangen wir mal bei der Kleidung an!
00:02:11: Was ziehen Sie an?
00:02:12: Um sich vor Hitze und UV-Strahlen zu schützen?
00:02:15: – was hat sich da
00:02:15: bewährt?!
00:02:17: Ja, die Jungs tragen natürlich gerne ihre kurzen Hosen.
00:02:19: Obwohl das halt auch manchmal wieder unangenehm sein kann im Hinknien.
00:02:22: aber ja sie wollen halt viele Sachen wo viel Luft dran kommt.
00:02:25: wir haben dann so lange Polo-Schürz Die sind dann wirklich einen richtig längeren Schnitt haben damit die nicht aus der Hose raus flutschen.
00:02:32: Natürlich halt das Thema UV Schutzbrillen, Hüte, Caps.
00:02:38: Wir haben eine bunte Mischung, eine Vorschutzkleidung.
00:02:42: Was wir auch mal ausprobiert haben waren diese Kühlwesten.
00:02:44: aber da sagen die Jungs halt dauernd das ist für die hinderlich so.
00:02:48: aber das ist die Erfahrung meines Teams.
00:02:50: Aber wir versuchen dann drum herum alles mitzunehmen was dann ich sage mal luftig lockere Kleidungen ist dass es funktioniert.
00:02:57: Angepasste Arbeitszeiten sind ja eine weitere Möglichkeit.
00:03:00: fangen sie vielleicht früher an machen Sie öfter oder längere Pausen?
00:03:04: Auch da darf man Team entscheiden an der Baustelle, der Vorweiter oder die Jungs wie sie klarkommen.
00:03:09: Auf früher Anfang machen wir aktuell natürlich auch bei ein, zwei Baustellen und ich sage jetzt mal wenn die Jungen eine Großbaustelle haben dann ist es gar kein Problem.
00:03:18: beim Reparaturdienst sieht das etwas anders aus wenn.
00:03:21: ich sage einfach mal wie sagt man so liebevoll zur Mütter Chemie fahren die will vielleicht nicht unbedingt dass da um sechs Uhr morgens die Rinder hat gepflegt wird Aber dann machen sie halt auch längere Pausen, gucken öfters in den Schatten, passen sich an.
00:03:33: So wie es funktioniert oder früher frei natürlich auch.
00:03:36: also auch da schwindet natürlich etwas die Produktivitätszeit im Betrieb logischerweise.
00:03:41: aber das muss halt funktionieren auch für die Jungs dass sie klarkommen.
00:03:44: Wann fangen Sie frühestens an jetzt in dieser Zeit?
00:03:47: Jetzt aktuell die größeren Baustellen, die zwei lieber haben, sind die jüngst dann meistens plus minus aus dem Haus.
00:03:52: Also die fangen um sechs Uhr an bis sie dann geladen haben unterwegs und ist so meistens sechsunddreißig.
00:03:57: Und wie reagieren die Kunden auf solche Änderungen?
00:04:00: Die Privatkunden, ich sage sie sind aufrufe Hauptsache.
00:04:02: Es kommt jemand bei der Hitze und es kümmert sich jemand drum.
00:04:05: also die machen die größten Teil zu machen mit und haben dafür volles Verständnis.
00:04:08: Ausreißer gibt's wie immer überall.
00:04:11: Was halten Sie davon wie in vielen südlichen Ländern die Arbeit in zwei große Böcke morgens und abends aufzuteilen und dazwischen eine größere Siesta?
00:04:20: Tatsächlich haben wir da auch schon mal drüber nachgedacht, aber dann sehe ich so ein bisschen was die Schwierigkeit darin, das wirklich in die Mentalität reinzubekommen bei uns.
00:04:30: Da sagt man fährt morgens früh vier Stunden hin macht zwei drei Stunden Pause oder sogar vier und logistisch packt man den Rest wieder da rein.
00:04:38: also drüber Nachgedacht haben wir schon.
00:04:40: allerdings sehe ich die Umsetzung gerade auf logistischen Aufwand für die Mitarbeiter.
00:04:45: Das Wohlbefinden sehe ich schon schwierig dass es in die Realität bei uns umzusetzen.
00:04:50: Also ich weiß nicht, ob das das passende Modell für uns wäre.
00:04:54: Kommen wir mal zur Verpflegung!
00:04:56: Versorgen Sie Ihre Mitarbeiter zusätzlich mit Wasser und haben sie möglicherweise einen besonderen Summer Drink der sich besonders bewährt hat?
00:05:03: Auf den Zug mit dem Sommerdrink und der eigenen Dosenproduktion sind wir noch nicht aufgestiegen, aber wir haben regelmäßig immer eine Palette Wasser vor Ort.
00:05:10: Wir haben mindestens drei Kühlschränke in der Firma einen Eisschrank In der Firma also da ist auch immer alles gefüllt dass die Jungs dann da bestens versorgt sind.
00:05:18: und tatsächlich haben wir auch zwei drei.
00:05:21: wie nennen sie man die Baustellenkühlschwenken?
00:05:23: das sind so kleine Achtziger-Kühlschrenke Und ihnen nehmen die jungs dann halt auch immer mit auf die Bausstelle oder große Kühltunen oder sowas damit die da auch immer versorgt.
00:05:31: So kümmern wir uns darum, dass da genug dabei ist.
00:05:34: Oben auf dem Dach ist Schatten ja tatsächlich kaum zu bekommen oder herzustellen.
00:05:39: Gibt es sinnvolle Möglichkeiten auf der Baustelle zumindest zwischendurch in den Schatten zu gehen?
00:05:45: Gerade haben wir den Vorteil bei den Großbaustellen und wo ein großer Neubau ist Da gibt es immer kühle Orte, da müssen die Jungs aber natürlich sich zurückziehen.
00:05:52: Die sind dann auch ganz klar angewiesen, macht längere Pausen, macht vernünftige Pausens, zieht euch zurück und stellt euch nicht nur irgendwo gerade mal das Gerüst, dass sie sich wirklich ein schattiges Plätzchen suchen.
00:06:02: Dann muss man sich dann tatsächlich behelfen... Wir haben auch so ein kleines Pavilion was man mal mitnehmen kann.
00:06:07: Aber wenn wir das aufs Dach stellen, das heizt sich darunter auch auf.
00:06:10: Also die müssten dann wirklich schon runter und sich irgendwas suchen wo sie sagen können hier am Plätzchchen machen jetzt grad Unser verlängerten Mittag, der da auch gerne mal eine Stunde gehen darf.
00:06:19: Weil sonst ist es ja nicht
00:06:20: auszuhalten.".
00:06:22: Die BGBU bietet ja einige Unterstützungsangebote für die aktuellen Wetterlagen – die reichen von individueller Schutzausrüstung über Wetterschutzzelte bis hin zu sogenannten Sonnenschutzpaketen.
00:06:35: Deren Anschaffung wird gefördert oder ist sogar kostenlos?
00:06:37: Wie bewerten Sie das Angebot?
00:06:39: Was ist da Ihre Erfahrung?
00:06:40: Also prinzipiell finde ich die Fördermaßnahme von der BGB in allen Bereichen ganz gut.
00:06:46: Bei der kostenfreie Variante, auch die haben wir in Anspruch genommen.
00:06:49: Das ist dieses Sonnenschutzpaket mit Sonnencreme & Co.
00:06:51: Natürlich ist jetzt die Nachfrage hoch und da kommt die BG-Bau nicht hinterher und dann kriegt man halt eine E-Mail, dass sie sagen ja verzögert sich um mehrere Wochen.
00:06:59: also bin mal gespannt wann die freien Pakete ankommen.
00:07:03: Also wir haben sie auch geordert Und sonst haben wir die Sachen für die Förderung.
00:07:06: Ich sag jetzt einfach mal die Ufobrillen haben wir im ich sage mal bei Anspruchungen genommen.
00:07:11: Dann haben wir diese Sachen mit den Hellen, mit dem Nackenschutz in Beanspruchungen genommen Dass das noch dabei ist Kühlwesten tatsächlich, da die Jungs nur mal eine gekauft hatten zum Testen kam sie nicht so an.
00:07:20: Aber grundsätzlich würde ich sagen ist es immer ein gewisser Zubrot und ich finde schon eine sinnvolle Maßnahme.
00:07:26: Hätten Sie aus Ihrer Praxis Vorschläge was die BGB noch ergänzend anbieten könnte?
00:07:31: Tatsächlich habe ich mir auch Gedanken darüber gemacht.
00:07:33: ob ich mir irgendwas cooles gibt sag' ich jetzt einfach mal aber das wären ja sogar schon Wetterschutzelte.
00:07:38: mit speziellen UV-Plan werden er sogar schon gefördert.
00:07:41: also Kühlwesten haben sie probiert.
00:07:44: Also mir fällt gerade persönlich nichts Geiles an, was man noch sagen kann.
00:07:46: Also ich sage jetzt einmal mal, was Sinnvoll Geiles einfällt?
00:07:50: Man könnte ja jetzt noch einen Pool aufs Dach heben oder so.
00:07:52: aber immer wenn wir in der Realität bleiben glaube ich ist das schwierig.
00:07:56: Wenn es ganz schlimm kommt die Arbeit im Freien also wetterbedingt komplett unmöglich wird hilft hier auch die Soka-Dach mit dem sogenannten Sommerausfall Geld.
00:08:06: Haben Sie davon schon mal Gebrauch gemacht?
00:08:09: Tatsächlich wird dieses Jahr das erste Jahr sein, wo wir davon effektiv Gebrauch machen.
00:08:14: Dass wir auch wirklich sagen, wir nehmen das Schlechtwettergeld und das Sommerausfallgeld in Beanspruchung.
00:08:20: Wir wissen dass es da schon länger gibt.
00:08:22: also es ist durchaus ein gängiges Mittel.
00:08:24: Wir nehmen es ja natürlich bei schlechten Wetter in den Beansprungen.
00:08:26: aber dieses Jahr wird das erster Jahr sein Wo wir wirklich sagen Das ist so heiß Stellenweise Da müssen wir ein paar Stunden.
00:08:34: Natürlich sind das ja immer nur Ansatzweise Stunden, die wir nehmen.
00:08:36: Wir nehmen jetzt keine ganzen Tage, sondern wenn die Jungs dann wirklich sagen, so wie machen jetzt nochmal zwei Stunden früher frei Chef, es geht ihm mehr logischerweise, dann nehmen wir halt auch die Stunden in
00:08:44: Beanspruchung.".
00:08:46: Und was ist der Indikator dafür?
00:08:47: Dass sie das Ausfallgeld in Anspruch nehmen?
00:08:49: Schauen Sie aufs Thermometer und sagen Jetzt sind es so und so viel Grad.
00:08:52: oder Sind es die Kollegen, die Ihnen sagen, jetzt reicht's?
00:08:56: Genau, da verlasse ich mich voll auf mein Team.
00:08:59: Weil ich sitze ja dann auf dem Büro oder bin unterwegs und natürlich die Flachterkolonne oder die Reparaturkolonne kann ja ein bisschen individuell entscheiden und sagen so, die haben auch von mir freie Hand.
00:09:08: und zu sagen, wenn sie sagen das klappt nicht mehr, dann vertraue ich meinen Jungs da und ist es für dieses Team dann wo ich dann sagen kann wir können das individuelle Ende setzen.
00:09:17: also man kann das ja wirklich so für den Mitarbeiter ansetzen wie man es wirklich braucht.
00:09:20: Wenn man muss ja nicht sagen man nimmt alle sondern man sagt Ich nehme jetzt Kolonne A, die vier können nicht mehr schweißen aufgrund des Wetters.
00:09:29: Wir haben keine Alternativen.
00:09:31: Wir hören jetzt auch und dann wird für die Kolonne halt die letzten zwei Stunden oder so was
00:09:35: eingesetzt.".
00:09:36: Vielen Dank Christopher Momper für ihre Erfahrungen Einschätzungen und weiterhin alles Gute mit dem Wetter!
00:09:42: Danke schön!
00:09:46: Das war ZVDH aktuell Ausgabe, Wir freuen uns immer über Ihr Feedback mit einer Mail, die Sie ganz einfach an podcastatlachdecker.de.
00:09:57: schreiben können und natürlich vielen Sternen in der Bewertung auf den Podcast-Plattformen.
00:10:02: Redaktion Claudia Büttner.
00:10:04: Ich bin Wolfgang Schmitz.
00:10:05: Ihnen eine gute Zeit!